Private Homepage zur artgerechten Haltung von Landschildkröten
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Artenschutz

Alle Landschildkröten und viele Wasserschildkröten sind teilweise sehr stark vom Aussterben bedroht. Sie stehen somit unter Artenschutz. Sie sind im Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Anhang I von insgesamt drei Anhängen aufgenommen. Dieser höchste Schutzstatus erlaubt hohe Strafen sowohl beim Schmuggeln als auch beim Brandroden oder illegalen Bauten von Hotels in den Heimathabitaten. Auch wenn wir nun mit Fotodokumentationen die Legalität unserer Schlüpflinge nachweisen müssen, und dies manche als Last empfinden, so schützen wir aber die Flora und Fauna in den Herkunftsgebieten vor der totalen Ausrottung. Leider müsste man aber gerade in den Herkunftsländern die Leute dazu bewegen, die Tiere zu schützen. Es ist leider ein globales Problem, von Kroatien bis Madagaskar und wohl recht schwer zu lösen, da oft dort die Menschen am ärmsten sind. Gerade in Ländern mit viel Armut und Kriegen werden die Tiere teilweise komplett ausgerottet und irreparabel die Gebiete geschädigt, siehe Madagaskar, Jemen, Sudan und auch Syrien.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen regelt seit 1976 auf internationaler Ebene den Schutz von weltweit bedrohten Pflanzen und Tieren. Die EU setzte am 1 Juni 1997 die neue Artenschutz Verordnung EG Nr. 338-97, das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie andere, wie diese seit 1984 geltenden Schutzbestimmungen noch strenger um. Die Regeln zuvor waren teilweise völlig verschieden, und jeder machte seine eigene Suppe, oder gar keine daraus. Daher konnte man aus dem Jugoslawienurlaub Griechische Landschildkröten mitnehmen, ohne groß Gefahr einer Strafe zu laufen. Nun sind Pflanzen und Tiere in vier Anhänge, A bis D gegliedert. Die europäischen Testudo Arten sind im Anhang A gelistet. Wer besonders geschützte Tiere hält, züchtet oder in den Verkauf bringt, muss die rechtmäßige Herkunft der Tiere nachweisen. Sowohl der Erwerb eines Tieres, als auch die Abgabe oder verstorbene Tiere müssen bei der zuständigen Naturschutzbehörde angezeigt werden. Informiert euch bitte, welches Amt bei euch zuständig ist. Bei uns ist es im Landratsamt die untere Naturschutzbehörde. Formblätter und Anträge können auch oft auf den Internetseiten der Behörde downgeloadet werden. Im Anhang A aufgenommene Tiere dürfen nicht mehr aus der Natur entnommen werden. Auch der Import ist nicht mehr gestattet. Aber es gibt, vor allem auch bei Schildkröten, sogenannte Farmzuchten, die dann für Zooläden importiert werden. Diese Zuchten stammen oft aus Ländern wie Slowenien und der Türkei.

Der Kauf einer Testudo Landschildkröte ist nur mit der gelben Cites Bescheinigung gestattet, welche eine Befreiung vom Vermarktungsverbot enthält. Es gibt bei Alttieren aus den 1980 und 90er Jahren noch die blauen Cites, diese haben aber meines Wissens keine Gültigkeit mehr. Sollten Sie Tiere mit diesen Cites haben, sprechen sie mit ihrem Sachgebietsleiter, um ggf. auf gelbe Cites umzuschreiben. Leider handhabt in Deutschland jedes Bundesland sowie fast jedes Landratsamt alles ein wenig anders. Somit fragt nach, wie es bei euch abläuft, um Formfehler zu vermeiden oder gar einer Beschlagnahmung zu entgehen.

Für Landschildkröten wurde im Anhang A am 1 Januar 2001 eine Kennzeichnungspflicht eingeführt. Anfangs war dies oft nur ein Foto des Tieres, an den gelben Cites angeheftet. Ab 500 Gramm wäre ein Mikrochip zulässig, der vom Tierarzt eingesetzt wird. In anderen EU-Ländern wird dies bereits auch an Nachzuchten, vor allem bei Astrochelys Radiata angewandt. In Deutschland hat sich die Fotodokumentation durchgesetzt. Mit Hilfe der D G H T (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) haben sich die Farbfotos von Rücken und Baupanzer auf Zentimeter Karopapier bewährt. Man muss diese Bilder in der beschriebenen Reihenfolge einhalten. Dies ist bei uns im 1. Lebensjahr halbjährlich, vom 2 bis 9 Lebensjahr jährlich und ab dem 10. Lebensjahr alle 5 Jahre. Bitte aber hier die Bilder mit Datum und Gewicht versehen auf dem angehefteten Blatt aufkleben. Nicht die Bilder im Handy oder auf der Speicherkarte speichern, mir sind so viele Fälle bekannt, da gingen die Bilder auf den modernen Speichermedien verloren und somit der Beweis der Papiere. Leider sind Cites Papiere ohne die eingehalte Fotodokumentation nicht mehr legal und werden auch teilweise bei einer Abgabe oder Verkauf dann eingezogen. Sprich, das Tier ist illegal und wird beschlagnahmt. Dies kann weitere Kosten bedeuten.  Also macht die Bilder, druckt sie aus und heftet sie mit den Cites Papieren ab.

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