Private Homepage zur artgerechten Haltung von Landschildkröten
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Testudo Graeca / Ibera

Beschreibung:

 

Die Maurische Landschildkröte ist eine kleine bis mittelgroße Landschildkröte. Ausgewachsene Exemplare der osteuropäischen Testudo graeca ibera erreichen bis zu 35 cm Länge (SCL, Stockmaß des Rückenpanzers) und ein Gewicht von mehr als 5 kg (Beshkov 1997). Tiere westmediterraner Unterarten bleiben deutlich kleiner. Für Südostspanien wird eine durchschnittliche Länge von 11,2 cm bei Männchen und 12,6 cm bei Weibchen angegeben (Pérez 1998). Der Rückenpanzer (Carapax) ist hoch gewölbt, mit dem höchsten Punkt im Bereich der dritten Vertebrale, und besitzt relativ breite Vertebralschilde. Der Bauchpanzer (Plastron) ist am Vorderlappen deutlich verdickt und besitzt bei erwachsenen Tieren am hinteren Ende ein schwach bewegliches Scharnier. Wie bei den meisten Schildkröten wird die aus Knochenplatten bestehende Panzerkapsel von dünnen Hornschilden bedeckt, wobei der so genannte Schwanzschild bei Testudo graeca meist ungeteilt ist. Die Vorderbeine der Maurischen Landschildkröte sind an der Außenseite mit vier bis sechs Querreihen von sich überlappenden, großen Hornschuppen bedeckt und besitzen meist fünf Krallen. An den Hinterbeinen befinden sich außer bei einer nordafrikanischen Lokalform zwei typische Hornkegel, symmetrisch rechts und links vom Schwanz angeordnet. Die Färbung und Zeichnung des Panzers ist individuell und unterartbedingt sehr verschieden ausgeprägt. Jungtiere schlüpfen meist mit einer deutlichen und kontrastreichen Zeichnung des Panzers aus dem Ei, bei einigen nordafrikanischen Lokalformen aber auch nahezu einfarbig hellbraun. Bei älteren Tieren wird die Färbung und Zeichnung zunehmend verwaschen. Auch die Farbe der Weichteile schwankt je nach Klimabedingungen stark von hellgelbbraun bis nahezu schwarz. Bei einigen Lokalformen zeigt sich eine charakteristische helle Fleckung an der Oberseite des Kopfes.

 

 

 

Unterscheidungsmerkmale zu anderen Arten der Gattung

Gegenüber der Griechischen Landschildkröte Testudo hermanni unterscheidet sich Testudo graeca durch ihre fast immer vorhandenen Oberschenkelsporne und das Fehlen eines Hornnagels am Schwanzende. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind vier bis sechs auffällige Querreihen grober, sich überlappender Schuppen an den Außenflächen der Unterarme und das bei erwachsenen Tieren immer vorhandene Scharnier am Hinterlappen des Bauchpanzers. Die Maurische Landschildkröte hat fünf Krallen an den Vorderfüßen.

 

 

Unterarten

Lange Zeit galt die Maurische Landschildkröte trotz ihres riesigen Verbreitungsgebietes über drei Kontinente mit unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen als eine Art mit wenigen Unterarten. Seit einigen Jahren werden jedoch immer neue Varietäten entdeckt und als weitere Unterarten (z. B. Testudo graeca pallasi) beziehungsweise eigenständige Arten (z. B. Testudo perses) oder gar Gattungen (z. B. Furculachelys nabeulensis) beschrieben, aber zum Teil nicht allgemein anerkannt. Zwei neue, auf genetischen Untersuchungen basierende Studien geben folgende 10 Unterarten für die Maurische Landschildkröte an.

Östliche Unterarten

  • Armenische Landschildkröte, Testudo graeca armeniaca, Chkhikvadze, Bakradze 1991
  • Diese Unterart ist gekennzeichnet durch eine niedrige, an Testudo horsfieldii erinnernde Panzerform und eine meist eher düstere Färbung mit wenig kontrastreicher Zeichnung. Die maximale Größe wird mit 20–23 Zentimeter angegeben. Nach genetischen Studien wurde die vormals als separate Unterart beschriebene Testudo graeca pallasi mit Testudo graeca armeniaca synonymisiert [1].
    • Areal: westliches Küstengebiet des Kaspischen Meeres, östlicher bzw. Teile des Zentral-Kaukasus in Armenien und der Türkei
  • Kaspische Landschildkröte, Testudo graeca buxtoni, Boulenger 1921

Eingegliedert in diese Unterart wurde Testudo perses [1].

  • Areal: Nordwest- und Zentraliran, östlicher Kaukasus
  • Eurasische Landschildkröte, Testudo graeca ibera, Pallas 1814
  • Hierbei handelt es sich um die größte Unterart. Einzelne Tiere erreichen Körpergrößen von über 30 Zentimeter. Die Panzerform ist etwas flacher als bei anderen Vertretern der Art und rundlich bis oval. Die Grundfärbung des Panzers ist in der Jugend oliv mit deutlich abgesetzter schwarzer Zeichnung. Mit zunehmendem Alter werden die Tiere meist dunkler, insbesondere an den Weichteilen. In diese Unterart wurden auch Testudo ibera racovitzai und Testudo graeca nikolskii eingegliedert, die bisher separat beschrieben waren [1].
    • Biotop: Kulturlandschaft, offene Buschlandschaft und Wiesen, lichte Waldränder, sandige Küstenstreifen, Steppe und Halbwüste.
    • Areal: Südosteuropa, westliches Kleinasien, russische und georgische Schwarzmeerküste, Zentralkaukasus.
    • Namensherkunft: Der Unterartname "ibera" geht auf eine antike Bezeichnung des Kura-Tales in Georgien zurück (Iberien) und nicht auf die iberische Halbinsel (Spanien).
  • Levantinische Landschildkröte, Testudo graeca terrestris Forskål 1775
  • Diese Tiere fallen durch die überwiegend helle, teilweise auffallend gelbe Färbung ("Golden Greek") von Panzer und Weichteilen auf. Dunkle Pigmentflecken sind selten schwarz, sondern meist eher braun und in der Ausbreitung reduziert. Die Tiere sind ausgesprochen hochrückig. Am Kopf zeigt sich eine charakteristische, gelbe Fleckenzeichnung. Als maximale Größe wird meist 16 Zentimeter angegeben. In diese Unterart eingegliedert wurden Testudo ibera var. bicaudalis, Testudo floweri, Testudo graeca anamurensis und Testudo antakyensis [1].
    • Biotop: schwach bewachsene Steppe, Buschland, trockene Wälder
    • Areal: südliches und östliches Kleinasien, Levante
  • Persische Landschildkröte, Testudo graeca zarudnyi, Nikolsky 1896
  • Die längliche Panzerform mit gesägtem und verbreiterten Hinterrand ähnelt der Breitrandschildkröte Testudo marginata. Die Färbung der Tiere ist oliv bis braun, die klare Fleckenzeichnung des Jugendstadiums später nur noch verschwommen. Es ist eine große Unterart mit Panzerlängen über 20 Zentimetern.
    • Biotop: Felsige Hügel und Ebenen bis in 2500 Meter Höhe
    • Areal: Ost-Iran
    • Herkunft des Namens: Diese Unterart wurde zu Ehren des russischen Zoologen Nikolai Alexejewitsch Sarudny benannt.

Westliche Unterarten

  • Cyrenaika-Landschildkröte, Testudo graeca cyrenaica, Pieh and Perälä 2002
  • Die Cyrenaica-Landschildkröte besitzt schmale Vorderextremitäten mit nur schwachen Wehrschuppen. Der Panzer ist tailliert, weist eine schmale vordere Öffnung auf und nach oben geschürzte, hintere Marginalia. Die Supracaudalschuppe ist bei männlichen Tieren vergleichsweise stark nach innen gebogen.
    • Areal: Libyen
    • Holotypus: Museum für Tierkunde, Dresden, MTKD 31880
    • Terra typica: Derna 32°46'N, 22°39'E (Darnah, Cyrenaika, Ostlibyen)
    • Namensherkunft: der Name bezieht sich auf die Region Cyrenaika im nordöstlichen Libyen
  • Marokkanische Landschildkröte, Testudo graeca marokkensis, Pieh und Perälä 2002
  • Testudo graeca marokkensis besitzt einen vergleichsweise flacheren Rückenpanzer als die Nominatform. Zur ockerfarbenen bis gelben Grundfärbung des Rückenpanzers kontrastiert eine Vielzahl von feinen Strichen, Linien und Sprenkeln, außerdem besitzen die Schilde eine dunkle, teilweise zerrissene Umrandung und zentrale Areolflecken. Der Bauchpanzer ist heller als der Rücken, besitzt aber ebenfalls schwarze Zeichnungselemente. Der Kopf ist dunkel mit mehreren hellen Schuppen, die Extremitäten sind überwiegend dunkel mit einzelnen helleren Schuppen. Genetische Studien zeigten, dass Testudo lamberti sehr eng mit Testudo graeca marokkensis verwandt ist und nicht als eigenständige Unterart aufzufassen ist [3].
    • Biotop: aride Landschaft mit Steppenklima
    • Areal: Nordmarokko, beiderseits des Rifgebirges
    • Holotypus: Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart, SMNS 7602
    • Terra typica: Tarmilete, 33° 23' N, 06° 04' W, Nordwestmarokko
    • Namensherkunft: Der Name geht auf das Verbreitungsgebiet in Marokko zurück.
  • Maurische Landschildkröte, Testudo graeca graeca, Linnaeus 1758
  • Die Carapaxzeichnung von Testudo graeca graeca besteht aus soliden Zeichnungselementen auf gelbem Grund. Die Wirbelschilde besitzen einen dunklen Rand und ebenfalls dunkle Areolenflecken. Die als Testudo graeca whitei beschriebene Lokalform gehört genetisch in diese Unterart [3].
    • Areal: Algerien, Ostmarokko, Spanien (hier vermutlich eingeführt)
    • Terra typica: Oran, Algerien
  • Sousstal-Landschildkröte, Testudo graeca soussensis, Pieh 2001
  • Grundfärbung des Rückenpanzers ocker, mit wenig kontrastreicher, dünnliniger Strichzeichnung und nahezu komplett fehlender Zeichnung auf dem Plastron. Die Weichteile sind bräunlich bis sandfarben, teilweise auch gelblich-orange, mit helleren, aber wenig kontrastreichen Schuppen am Kopf. Jungtiere weisen kaum bis gar keine Zeichnung auf. Es handelt sich hier um die größte marokkanische Landschildkrötenart mit bis 25 cm Rückenpanzerlänge (SCL). Die sonst bei Graeca-Tieren vorhandenen Schenkelsporne fehlen bei Testudo graeca soussensis häufig, insbesondere bei Tieren aus dem eigentlichen Sousstal.
    • Biotop: Opportunistische Besiedlung von Kulturflächen, hier insbesondere in Dornenhecken vorkommend, die Schutz und Nahrung bieten
    • Areal: Südmarokko
    • Holotypus: Museum für Tierkunde, Dresden, MTKD 33842
    • Terra typica: Umgebung von Agadir, 30°28'N, 9°55'W, Sousstal, Südwestmarokko
    • Namensherkunft: der Namen geht auf das südmarokkanische Sousstal zurück.
  • Tunesische Landschildkröte, Testudo graeca nabeulensis, Highfield 1990
  • Auf einer gelben Grundfärbung besitzt diese Unterart lebhaft kontrastierende, schwarze Zeichnungselemente. Die Haut der Weichteile und die Wehrschuppen an den Extremitäten sind sandfarben bis gelb, manchmal mit schwarzen Spitzen. Der Kopf weist eine charakteristische, leuchtend gelbe Fleckenzeichnung auf. Die Tunesische Landschildkröte ist die kleinste Graeca-Unterart. Weibchen erreichen typischerweise eine Rückenpanzerlänge von etwas über 13 cm und ein Gewicht von ca. 600 g. Männchen bleiben mit knapp 12 cm Panzerlänge und durchschnittlich 375 g deutlich leichter [4].
    • Areal: Tunesien, Ost-Algerien, Sardinien und Sizilien (vermutlich eingeführt)
    • Terra typica: Nabeul, Tunesien
    • Namensherkunft: der Name bezieht sich auf die Terra typica
  • Von Mario Herz wird von Folgenden Unterarten sogar gesprochen:

Testudo Graeca Graeca

Anamurensis

Antakyensis

Armeniaca

Buxtoni

Cyrenaica

Dagestanica

Flavominimaralis

Floweri

Ibera

Lamberti

Marokkensis

Nabeulensis

Nikolskii

Pallasi

Perses

Raovitzai

Terrestris

Whitei

Zarundnyi

Ich emepfehle das Buch:

 

Maurische Landschildkröten: Testudo graeca von Mario Herz von Natur und Tier-Verlag (17. Dezember 2012)

Produkt-Information

 

Maurische Landschildkröten besiedeln ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich über drei Kontinente erstreckt. Vermutlich besteht diese Gruppe aus bis zu 20 deutlich abgegrenzten Spezies!
Autor Mario Herz stellt die verschiedenen Lokalformen in Wort und Bild vor und beschreibt die je nach Herkunft deutlich voneinander abweichenden Haltungsbedingungen Grundvoraussetzung für die artgerechte Pflege und vor allem die erfolgreiche Vermehrung! Somit bietet dieses Buch auf dem neusten Stand alles Wissenswerte rund um Biologie, Haltung und Nachzucht der beliebten Landschildkröten!

  • Broschiert: 142 Seiten
  • Verlag: Natur und Tier-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (17. Dezember 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866592086
  • ISBN-13: 978-3866592087
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 16,6 x 0,8 cm

Hier möchten wir auf die Geschlechtsmerkmale und Unterschiede der Testudo Graeca Ibera eingehen.

 

 In den Nachfolgenden Bildern sehr ihr die Unterschiede von Schwanz zu Analschild.

Gerade bei Iberas sieht man recht spät das Geschlecht. Der Schwanz ist bei beidern oft trügerisch klein/Stummelhaft, im gegensatz zu den Hermannis.

Als eindeutige Hilfe muss hier das Analschild genommen werden.

 

Grob gesagt, so lang wie breit- ist meist ein Weibchen. Schmal und Lang sind die Männer

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